Artikel mit dem Tag "intrabéticas"



Spanien · 19. Oktober 2022
Schönheit gabs hinzugeschenkt
Erwartet hatte ich einen überlangen, ermüdenden und eintönigen Marsch auf Asphalt, den es einfach irgendwie hinter mich zu bringen galt. Nur weil es die Gehzeit ein wenig zu verkürzen versprach, verliess ich im Mittelteil die kurvenreiche Strasse für eine Weile und nahm die Risiken unmarkierter Pfade in Kauf. Dabei geriet ich von Schritt zu Schritt mehr ins Staunen: Es begegnete mir, womit ich an diesem Tag ganz und gar nicht gerechnet hatte: nämlich bezaubernd schöne Natur.
Spanien · 13. Oktober 2021
Die Wächterin über den Altiplano lässt bitten
Seit Tagen stand sie am Horizont, erhob sich über alle andern Berge um sie herum, schien die ganze Ebene zu überblicken und rückte immer näher. Aber heute, da ich praktisch vor ihren Füssen stand, verbarg sie sich hinter einem viel niedrigeren Bergrücken. Sie liess mich erst eine 15 km lange Zypressenallee abschreiten und dann aus einem steilen bewaldeten Tälchen emporarbeiten, ehe sie sich zu zeigen geruhte. Dann aber tat sie es umso eindrücklicher: La Sagra, Wächterin über den Altiplano.
Spanien · 12. Oktober 2021
Gemütlicher Morgenbummel, ahnungslose Touristen
Gemütlich ging es heute durch das fruchtbare Tal des Río Huéscar sanft aufwärts, schon am Mittag war ich am Ziel. Dass ich an einem Wochentag etlichen Spaziergängern und Joggern begegnete und auf der Plaza von Huéscar auf festlich gekleidete Leute und Militärmusik traf, versetzte mich in Staunen. Was für ein ahnungsloser Tourist war ich doch: Es war Nationalfeiertag, das Land gedachte jenes 12. Oktobers, an dem Kolumbus in Amerika an Land ging! Aber der war ja auch ein ahnungsloser Tourist.
Spanien · 11. Oktober 2021
Halbwüste mit Flussoasen und Höhlenwohnungen
Es war vielleicht meine einsamste Etappe im östlichen Andalusien: Ich startete bei einem alleinstehenden Bauernhof und schritt stundenlang durch menschenleeres Gebiet mit verlassenen Höfen – neben und vor mir eine weite, meist karge Ebene, über mir ein ebenso weiter Himmel. Welch eine Überraschung, als ich mich dann plötzlich in einem üppig bewachsenen Flusstal fand! In diesem versteckte sich zudem eine kleine Stadt, deren Wohnungen sich in die Talhänge hineinbohrten.
Spanien · 10. Oktober 2021
Schüsse über dem Canyonrand
Einmal im Altiplano angekommen zeigte sich, dass es sich nicht um ein zusammenhängendes flaches Plateau handelt. Schon hinter Benamaurel taucht man in eine Furche ein, die sich viele Kilometer weit durch die wüstenähnliche Landschaft schlängelt. Ohne das bisschen Vegetation könnte man sich darin auf dem Mond wähnen. Daran hinderten mich allerdings auch die Schüsse, die gelegentlich von den Höhen herab hallten: Da wurden die Furche zum Canyon und die Sonntagsjäger zu Indianern.
Spanien · 09. Oktober 2021
Kein Schiff wird kommen
Fast hätte ich den Jabalcón vollständig umrundet. Zuerst stieg ich in seinem schattigen Nacken zu einem riesigen Stausee hinab. In dessen oberem Abschnitt wartete eine Strandanlage samt Schiffsteg vergeblich auf Wasser. Später folgte ich zu lange dem Kanal, der die Bergflanke umgürtet. Denn ich fand die Abzweigung nicht: Vergeblich hielt ich Ausschau nach dem einen Schild, das laut Wanderführer den Weg in die Ebene hinaus weisen sollte. Jemand musste es abgerissen haben.
Spanien · 08. Oktober 2021
Phantomweg zwischen Schründen und Cherrytomaten
Statt mich von Baza aus zur Durchquerung des Altiplano aufzumachen, wandte ich mich an dessen Rand entlang der markanten Felskuppel des Jabalcón entgegen. Denn so verlief angeblich der GR7, von dem ich mir Orientierung versprach. Doch der entpuppte sich als Witz: Nicht nur war er unmarkiert, er verlor sich auch gänzlich zwischen Äckern und Erosionsschründen. Nach Zújar hinüber fand ich trotzdem. Den Abstieg säumten Felder und Gewächshäuser voller Cherrytomaten und allerhand Obst und Gemüse.
Spanien · 14. Oktober 2017
Vier Duftzonen und zwei Schluchten
Diese Wanderung bestand aus zwei sehr unterschiedlichen Hälften: Die erste führte durch eine intensiv durch Gemüseanbau bewirtschaftete Ebene, die zweite durch ein langes Tal, das sich zuletzt zweimal zu einer Schlucht verengte. Einteilen könnte man die Strecke aber auch nach olfaktorischen Merkmalen; es ergäben sich dann vier Abschnitte: Zunächst duftete es hauptsächlich nach Kohl, später nach Tomaten, dann nach herbstlich dürrem Pappellaub und schliesslich nach Pinien.
Spanien · 11. Oktober 2017
Kurz und prächtig
Nach einem Ruhetag in Antequera zog ich voll neuer Wanderlust wieder los. Die Etappe war kurz: Meine Unterkunft erreichte ich schon am frühen Nachmittag. Auf dem Weg dorthin genoss ich spektakuläre Blicke auf das Karstmassiv von El Torcal und einen schönen Panoramaweg entlang der Südflanke des Kordilleren-Hauptkamms mit prächtigen Fernsichten, die bis zum Mittelmeer reichten.
Spanien · 09. Oktober 2017
Schweiss und Kopfzerbrechen
Wieder ein Tag, an dem der Umgang mit der Hitze die grösste Herausforderung war. Aber auch Orientierungsschwierigkeiten veranlassten mich des öftern zu Pausen: Weil Markierungen über weite Strecken fehlten, musste ich immer wieder Landschaft und Karten studieren, in der Hoffnung auf Übereinstimmungen.

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