Schweiz

Schweiz · 27. August 2020
Das schnöde Scheinen der Lämmeren
Ein kurzer und ein langer Abstieg, beide scheinbar senkrecht in die Tiefe führend, dazwischen eine lange Gerade über den flachen Lämmerenboden: So das einfache und klare Profil dieser Wanderung. Ebenso klar scheint hier die EHWS zu verlaufen: nämlich entlang einer scharfkantigen Linie von jäh nach Süden abfallenden Felswänden, die sich vom Schwarzhorn im Westen über den Gemmipass zu den Plattenhörnern im Osten hinüber-zieht. Doch der Schein trügt: Das Wasser unterläuft sie.
Schweiz · 26. August 2020
Hoch und heimlich über die Sprachhürde
Es war wiederum ein prächtiger hochsommerlicher Wandertag – aber durch das lange und schöne grüne Tal von Outannes ging ausser mir kein Mensch. So bemerkte niemand, wie ich über eine rund 3000 Meter hohe Hürde ins deutschsprachige Oberwallis hinüberstieg: Die Route scheint, obwohl bestens markiert, ein Geheimnis zu sein. Und nicht einmal über den Namen der Hürde besteht Konsens: Was hier Col du Schwarzhorn heisst, nennen sie dort Rothornlücke.
Schweiz · 25. August 2019
Die Wasser- ist auch eine Eisscheide
Einen halben Tag lang gab es nur eine Richtung: nach oben. Rund 1300 Höhenmeter sind ab der Iffigenalp zu überwinden, dann überschreitet man auf der Weisshornlücke die Wasserscheide. Kurz darauf erstarrt diese zu Eis: Direkt unter den Füssen breitet sich das grandiose Gletscherplateau von Plaine-Morte aus. Den Anblick teilt man mit Massen von Touristen: Eine Seilbahn bringt sie von Crans-Montana herauf und hinunter. Bei einer Zwischenstation weiter unten gesellte auch ich mich zu diesen.
Schweiz · 17. August 2019
Über Schratten und Matten
Durch zwei ineinander übergehende Hochtäler ging es «wild» weiter: Begleitet wurde ich auch heute vom Hauptkamm der Wildhorngruppe, und von vorne näherte sich das Massiv des Wildstrubels. Dabei erlebte ich Gegensätzliches: Im ersten Tal konnte man sich die Zähne am Schrattenkalk ausbeissen, im zweiten gemütlich über flache Alpwiesen flanieren.
Schweiz · 16. August 2019
Walk on the Wild(horn) Side
Wie zuvor schon das Oldenhorn erachtete ich auch die Gipfel der Wildhorn-Gruppe – die nächsten auf der EHWS – als nicht erwanderbar für mich. Ich passierte sie stattdessen durch ihre Südflanken. Das Wildhorn selbst bekam ich dort fast nie zu Gesicht, dafür aber eine wuchtig-urtümliche Bergwelt, die seinem Namen Ehre machte.
Schweiz · 09. August 2019
Dachterrasse aus Eis und Karren
Eine zwischen zwei Gipfel gespannte Hängebrücke auf knapp 3000 Metern Höhe, eine Schneewanderung über Gletscher, ein langer, flacher Abstieg über eine abgeschliffene Karrenwüste und ein Eilmarsch zu einem Stausee hinunter: dies in Kürze die Abfolge dieser Etappe. Ich unternahm sie bei herrlichem Sommerwetter und klarer Sicht und hatte das Gefühl, über eine riesige alpine Dachterrasse zu gehen. Den weiten Horizont kränzten unzählige weisse Gipfel.
Schweiz · 08. August 2019
Der Riegel ist geknackt
Wie eine hohe, nahezu senkrechte Barriere türmte sich der Gemskopf mit seinen Felswänden südlich des Col du Pillon auf und schien mir den Zugang zu den Hochalpen zu verriegeln. Noch beim Anreisen war ich hin- und hergerissen: Konnte ich sie überwinden oder sollte ich sie doch besser umgehen? Dreieinhalb Stunden nach dem Aufbruch hatte ich sie bewältigt, und am Ende des Tages stand ich inmitten von Gletschern.
Schweiz · 21. April 2019
Schritt für Schritt zum Alpenfuss
Ein letztes Stück fehlte noch, dann war die Überquerung des Mittellandes vollendet. Bei wolkenverschmiertem Himmel, aber dennoch klarer Sicht nahm ich es an Ostern unter die Füsse – und sah zu, wie mir die Freiburger Voralpen immer näher kamen. An deren Fuss liess ich die EHWS mit einer Art «Ehrenrunde» in höhere Gefilde entschwinden.
Schweiz · 20. April 2019
Und es gab sie doch!
Am Ostersamstag passte es dann endlich: Das Wetter war klar und sonnig - und ich hatte Zeit für eine kurze Wanderung. Und jetzt bekam ich alles zu sehen, was sich bei all den vorhergegangenen Etappen hinter Wolken und Nebel versteckt hatte. Vor allem vom Sendeturm auf dem Mont Pèlerin aus liess die ungehinderte Rundsicht keinen Zweifel offen: Es gab sie wirklich, diesen See und all die Berge!
Schweiz · 11. April 2019
Alle Panoramen wie weggeblasen
Auch im Frühling traf ich das Lavaux nicht viel freundlicher an: Ein bisschen mehr Sonne zwar, ein bisschen mehr Wärme, wenn mir der Wind gerade nicht um die Ohren pfiff. Aber von den prächtigen Panoramen war auch diesmal nichts zu sehen. Sie allesamt – der Jura im Westen, die Alpen im Süden, die Voralpen im Osten, in der Tiefe der See – waren von der Bise wie weggeblasen. Dafür konnte ich mich über die ständige Nähe meines Forschungsobjektes freuen.

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