Hallo, bonjour, ¡hola!, grüessech, hej, dobry den, mojn…

… die Vielfalt der Grussformeln, die man sich auf Europas Wanderwegen im Vorbeigehen zuwirft, ist grenzenlos! Zweifellos habe ich viele davon noch gar nie gehört. Aber ich arbeite daran!

 

Nun denn: Hi, ich heisse Richard Pfister und bin ein Europäer schweizerischer Nationalität mit niederländischer Vergangenheit. Das Fernwandervirus hat mich im Alter von etwa 40 Jahren angesteckt und nicht mehr losgelassen. Solange mein Alltag hauptsächlich durch Erwerbstätigkeit bestimmt war, musste es sich mit ein bis zwei Ferienwochen und einigen freien Tagen pro Jahr zufrieden geben. Ich sah in dieser Freizeitaktivität ein Mittel, um dem in meinem Berufsleben vorherrschenden Gefühl des Fremdbestimmtseins ein Schnippchen zu schlagen: Einmal im Jahr sollte es doch möglich sein, für einige Tage in eigenen Rhythmen selbstgewählte Wege zu gehen.

Inzwischen bin ich pensioniert, und ich kann meiner Leidenschaft mehr Zeit widmen. Diese beschränkt sich nun aber nicht mehr auf das Wandern an sich, sondern gilt ebenso den vor- und nachbereitenden Tätigkeiten: vom Recherchieren und Planen bis zum Dokumentieren, Reflektieren und schreibenden Nacherzählen. Beides tue ich zum reinen Vergnügen. Dass Lesende mit dem Virus angesteckt werden, ist zwar nicht meine Absicht, aber nicht vollständig auszuschliessen. Wenn du also (noch) keine Fernwanderin und kein Fernwanderer bist: Sei gewarnt!

Fortsetzungswandern

In der Regel teile ich meine Wanderprojekte in Abschnitte von einigen Tagen bis Wochen ein. Meistens bin ich alleine unterwegs, es ist für mich die intensivste Form der Wandererfahrung. Wenn es sich ergibt, wandere ich aber auch gern in Begleitung.

Darüber, was «Fernwandern» ist, gibt es unterschiedliche Vorstellungen und Definitionen. Ich selbst möchte es als räumliches Aneinanderreihen von Tageswanderungen entlang einer bestimmten Route beschreiben. Ob man diese Route «am Stück» oder in über die Zeit verteilten Abschnitten abwandert, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass man grundsätzlich immer dort weiterwandert, wo man zuletzt aufgehört hat. In Anlehnung an gewisse TV- oder Literaturformate könnte man es also auch als «Serien-» oder «Fortsetzungswandern» bezeichnen. Und wie bei guten Serien und Fortsetzungsromanen, bei denen man zwar mit Ungeduld der nächsten Episode entgegenfiebert, aber gleichzeitig wünscht, dass es noch lange nicht die letzte sein möge, so möchte man beim Fernwandern immer voran-, aber nicht unbedingt möglichst schnell ankommen. Überhaupt spielt das Ziel beim Fernwandern (im Unterschied etwa zum Bergwandern oder zum klassischen Pilgern) eher eine untergeordnete Rolle: nämlich die eines Orientierungspunkts – eine Funktion, die es im Moment seiner Erreichung umgehend verliert. Wenn die Phrase vom Weg, der das Ziel sei, irgendwo zutreffend ist, dann wohl beim Fernwandern: Ja, ich gehe um des Gehens, den Weg um des Weges willen.

Überflüssig anzufügen, dass eine solche Aktivität grundsätzlich in jeder einigermassen menschenfreundlichen Art von Landschaft möglich ist und reizvoll sein kann. Und gerade der – auf unserem vielgestaltigen Kontinent so häufige – Wechsel von Landschaftstypen und Geländeformen gehört für mich zu den faszinierenden Aspekten des Fernwanderns.

Ich bin kein Wanderführer

Die Berichte auf diesen Seiten geben ausschliesslich meine persönlichen Erfahrungen wieder; sie mögen anregen und Anhaltspunkte für eigene Unternehmungen liefern, taugen aber keinesfalls als Wander- oder Reiseführer! Ich verfasse sie jeweils nach und nach auf der Grundlage von unterwegs angefertigten Notizen sowie von Drittquellen, und zwar teilweise lange Zeit nach der Wanderung. Ihr Fertigungsstatus ist daher recht unterschiedlich. In fernerer Vergangenheit liegende Wanderungen sind zum Teil nur fragmentarisch dokumentiert. Aus der Zeit vor 2006 sind zudem keine Fotos vorhanden, da ich im verflossenen analogen Zeitalter aufs Fotografieren während des Wanderns verzichtete.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen, Klicken und Scrollen. Über Nachrichten und Feedbacks freue ich mich; allfällige Fragen beantworte ich gern, wenn ich es kann. Maile mich doch an, wenn du magst!

 

Herzliche Wandergrüsse

 

Richard