Entlang der Hauptwasserscheide durch den Schwarzwald

Die Donau und ihre zwei Quellflüsse Breg und Brigach sind der Grund dafür, dass die EHWS nach dem Alpenvorland das Juragebirge nur kurz schneidet und erst nach einer weit nach Westen ausholenden Schlaufe wieder in dieses zurückkehrt: Denn diese haben ihren Ursprung auf den Höhen des Schwarzwaldes. Die EHWS – hier einen weiteren Abschnitt der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau beziehungsweise zwischen Nordsee und Schwarzem Meer bildend – , tritt bei Blumberg nahe der Schweizer Grenze in dieses Mittelgebirge ein, beschreibt einen Bogen um die Donau-Quellflüsse herum und schwenkt dann nach Osten zurück. Bei Villigen-Schwenningen verlässt es den Schwarzwald und kehrt mit der Baaralb in den Jura zurück.

Ich habe die rund 124 Kilometer lange Schlaufe von Blumberg über die Martinskapelle nach Villingen in  sechs Tagesetappen zurückgelegt. Die erste Hälfte habe ich im Juni und die zweite im August 2021 erwandert.

Etappierung

Unten siehst du, wie ich die Strecke in Etappen unterteilt habe.

Etappe 1 (15. Juni 2021) Blumberg - Döggingen
17,4 km / 4h40'
Etappe 2 (16. Juli 2021) Döggingen - Salenhof
24,5 km / 6h25'
Etappe 3 (17. Juni 2021) Salenhof - Furtwangen 18,6 km / 5h05'
Etappe 4 (13. August 2021) Gütenbach-Neueck - Escheck 13,7 km / 3h45'
Etappe 5 (14. August 2021) Escheck - Sankt Georgen 18,3 km / 4h50'
Etappe 6 (15. August 2021) Sankt Georgen - Villingen 31,9 km / 8h10'

Voriger Projektabschnitt (EHWS Hegaualb) noch ausstehend

Nächster Projektabschnitt:

Nächste Teilstrecke (EHWS Baaralb) noch ausstehend


Tagesberichte

Wie es mir beim Wandern ergangen ist, kannst du in meinem Blog nachlesen. Unten gehts direkt zu den entsprechenden Tagesberichten.


Nicht alles klar auf der Baar

EHWS  Schwarzwald, Etappe  1: Blumberg - Döggingen

Behlaer Höhe. Blick über die Baar zur Schwäbischen Alb.
Behlaer Höhe. Blick über die Baar zur Schwäbischen Alb.

An zwielichtigen Quellen vorbei brach ich in die Baar auf. Über der Hochebene spannte sich der Himmel weit und blau, aber nur blass zeigten sich die Alpen am Horizont hinter mir. Dass mir gleich zwei Flüsse entgegen strömten, blieb dem Auge verborgen: Denn die Breg zur Rechten hielt sich zu fern, und die Wutach versteckte sich in tiefen Schluchten irgendwo links von mir. Die macht zudem in ihrem Versteck plötzlich kehrt und stiehlt sich nach Westen davon.

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Lange Zustiegsrampe zum Hochschwarzwald

EHWS  Schwarzwald, Etappe  2: Döggingen - Salenhof

Blick vom Höchstberg zum Feldberg-Massiv.
Blick vom Höchstberg zum Feldberg-Massiv.

Am besten lässt sich die Etappe als eine lange Zustiegsrampe zum Hochschwarzwald beschreiben. Wald und Höhenlüftchen milderten manchmal die Frühsommer-Hitze etwas. Die Fernsicht blieb verhalten: Die idealerweise von vielen Punkten aus zu sehenden Alpen schienen verdunstet. Dafür gabs weite Himmel. Und endlose meditative Geraden – meistens durch Wald.

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Von Hoch zu Hoch

EHWS  Schwarzwald, Etappe  3: Salenhof - Furtwangen

Auf dem Hochkamm gen Norden.
Auf dem Hochkamm gen Norden.

Nicht nur wettermässig ging es weiter im Hoch: Nach Höchstberg und Hochebene trugen die heutigen Kämme Namen wie Hochberg, Hochwald, Heubacher Höhe oder Rabenhöhe. Mehr als etwa 1‘100 Meter erreichten sie kaum, aber nichts machte ihnen die Luft streitig. Höheres schien es weit und breit auch gar nicht zu geben: Ein milchiger Himmel verschluckte Alpen wie Vogesen. Nur das Feldbergmassiv stand markant im Süden, wurde hinter meinem Rücken freilich mit jedem Schritt kleiner.

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Wissen, wo der Donaugott hockt

EHWS  Schwarzwald, Etappe 4: Gütenbach-Neueck - Escheck

Bregquelle mit Flussgott Danuvius.
Bregquelle mit Flussgott Danuvius.

Es folgten gewissermassen die «Pointen» dieser Schwarzwald-Wanderung: zuerst auf dem Brend ihre höchste und kurz darauf bei der Martinskapelle ihre westlichste Stelle. Dort wird zudem letztinstanzlich ein epischer Streit entschieden: Denn an dem Bächlein, das da knapp unterhalb der Wasserscheide entspringt, macht sich der Flussgott Danuvius höchstselbst breit. Wo sonst also sollte die Donau beginnen?!

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Auf Alemanniens Scheitel

EHWS  Schwarzwald, Etappe  5: Escheck - Sankt Georgen

Stöcklewaldturm, Blick nach Norden.
Stöcklewaldturm, Blick nach Norden.

Auf dieser mühelosen Kammwanderung geht man fast immer auf der Wasserscheide. Zwischen Waldstücken geniesst man Ausblicke mal in die sanften Muldentäler von Brigach und andern Donauzuflüssen, mal in die raueren Abhänge auf der Rheinseite. Die Kammlinie, die auch schon andere Dinge als Wasser geschieden hat und auch als «Scheitel Alemanniens» bezeichnet wird, hat aber auch sonst allerhand zu bieten: etwa einen Aussichtsturm, lehrreiche Informationstafeln – und einen Galgen.

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Als wäre man auf der Pirsch

EHWS  Schwarzwald, Etappe  6: Sankt Georgen - Villingen

Auf dem Hagen bei Villingen. (Turbine steht auf der EHWS.)
Auf dem Hagen bei Villingen. (Turbine steht auf der EHWS.)

Beim allmählichen Abstieg vom Schwarzwald geriet ich auf moosige Waldpfade, auf denen sonst wohl nur Jäger gehen. Bei der Ankunft im flach gewellten Vorland war das Tagesziel schon nah – aber auf den Spuren der Wasserscheide schlich ich mich in weiten Bögen um dieses herum, ehe ich mich ihm von hinten näherte. Ganz ähnlich verhielten sich auch die Gewitter: Sie donnerten mal von da und mal von dort, aber der Regen kam erst nachts.

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